Edition Gauglitz 2004
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Berlins S- und U-Bahnnetz Ein geschichtlicher Streckenplan
Einleitungstext und 5 Nebenkarten
Zu diesem Plan

Als Berlin in kürzester Zeit von einer barocken Residenz zur Millionenstadt wuchs, entwickelte sich auch schlagartig der Massenverkehr. So ist einst, mit Hilfe neuer Techniken, das für eine moderne Metropole vorbildliche Berliner S- und U-Bahnsystem entstanden.

Der Nationalsozialismus und seine Folgen – der Zweite Weltkrieg, Besetzung, Teilung und das Entstehen zweier deutscher Staaten – haben das Netz mehr als die Hälfte dieses Jahrhunderts in einem Ausnahmezustand verharren lassen. Seine Regeneration begann, als die Berliner Mauer fiel.

So ist dieser Plan, der die Entwicklung der S- und U-Bahn nachzeichnet, ein Lesebuch der Stadtgeschichte. Er zeigt Entwicklungsdaten zu Strecken- und Bahnhofseröffnungen, zu Streckenstillegungen und Bahnhofsschließungen sowie die Bahnhofsumbenennungen 58. Der Plan schreibt damit erstmals geschichtliche Daten des Nahverkehrs in eine allgemein bekannte Grafik – die Netzspinne. Dabei wurden die heutigen Kennfarben der U-Bahn-Linien übernommen; die S-Bahn-Strecken sind einheitlich im „S-Bahn-Grün“ dargestellt, um eine Abgrenzung von der U-Bahn zu erreichen.

Die schematisierte Darstellung des heutigen S- und U-Bahnnetzes wurde auch wegen der besseren Übersichtlichkeit gewählt – sie ist vereinfachend und nicht maßstabsgetreu. Die wirklichen Proportionen stellt eine Unterkarte dar. Die Daten sind den Bahnhöfen und Strecken im Plan zugeordnet. Als Eröffnungsdatum wird der erste Tag mit öffentlichem Betrieb angesehen, als Schließungsdatum (für Bahnhöfe) bzw. als Stillegungsdatum (für Strecken) der erste Tag ohne öffentlichen Betrieb. Bei den Strecken erfolgt eine Unterteilung in Eröffnungs- bzw. Stillegungsabschnitte, mar-kiert durch Striche. Diese Abschnitte beziehen sich auf die erst- oder letztmalige öffentliche Befahrung. Betrieblich bedingte Nutzungen, z.B. von Kehranlagen, bleiben unberücksichtigt, kriegs- und baustellenbedingte Verkehrsunterbrechungen ebenfalls. Die Strecken sind zusätzlich durch ihre Namen („Stadtbahn“) beziehungsweise, falls kein Name existiert, ihre Liniennummer („U7“) bezeichnet. Im Plan enthalten sind auch „Vorratsbauten“15 für S- und U-Bahn, die nie in Betrieb gingen.

Da die Berliner S-Bahn sich aus dem Netz der Berliner Eisenbahnen entwickelt hat, sind auch die Eisenbahnstrecken (Personenverkehr) und Fernbahnhöfe berücksichtigt. Die streckenbezogenen Eröffnungsdaten enthalten bei der Eisenbahn die Ausgliederung des Vorortverkehrs und das Elektrifizierungsdatum der Vorortstrecke, um das Entstehen des eigentlichen S-Bahn-Verkehrs zu verdeutlichen.

1838 erreicht die Eisenbahn die Stadt. Nur 39 Jahre später streben ihr 11 Strecken zu; der Ring wird geschlossen; 1882 fährt die Stadtbahn – 4-gleisig!
1902 kommt die U-Bahn: 3 Äste um ein echtes „Gleisdreieck“ (dort noch ohne Bahnhof). Fast alle Eisenbahnstrecken besitzen jetzt Vorortgleise.

Ein dichtes ausgewogenes Netz aus Fernbahn, S-Bahn und U-Bahn im Jahr der Olympischen Spiele, drei Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg.

Die geteilte Stadt: Tiefpunkt für die S-Bahn. In West-Berlin existiert sie für einige Jahre kaum noch. Die U-Bahn gedeiht dort aber prächtig.

Der S-Bahnring ist beinahe wieder geschlossen. Die U-Bahn wird im Jahr 2002 hundert Jahre alt.