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Das Kartenwerk
im Maßstab 1 : 4000 deckt das gesamte damalige Berliner Stadtgebiet
ab, ver-gleichbar mit den heutigen Innenstadtbezirken Mitte, Tiergarten,
Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg.
Auf dem ebenfalls reproduzierten Netzplan wird Berlin
im Maßstab 1 : 26 500 gezeigt. Ein darüber-gelegtes Raster
zeigt den Blattschnitt, also die Einteilung des Kartenwerks und
welche Fläche dessen 44 einzelne Blätter abdecken (In
der Regel ein Gebiet von 1,6 mal 1,2 km).
Der zeitgenössisch
nicht unübliche Titel Über-sichtsplan kann
aus heutiger Perspektive nur als Understatement interpretiert werden.
Auf den 44 Blättern, ab ca. 1885 vom Verlag zum Verkauf annonciert,
findet sich eine erstaunliche Infor-mationsfülle. Auf der Grundlage
der 1876 ein-geleiteten hochqualifizierten Neuvermessung der Stadt
produziert, finden sich maßstabsgetreu die Grundrisse der
Gebäude mit Erkern, Höfen und Nebengebäuden, die
Straßen- und Baufluchten, Gleisanlagen der Verkehrsträger,
Wegenetze der Parkanlagen, Bebauungsplanungen und vieles mehr im
Mehrfarbendruck dargestellt. Trotz der
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Informationsfülle
gelang den Autoren eine hervorragende Übersichtlichkeit und
ein ästhetisches wie kartographisch überzeugendes Kleinod.Der
Übersichtsplan bietet angesichts des großen
Maßstabs eine interessante Vergleichsfolie für den heutigen
Stadtgrundriß. Er macht die enorme Bebauungsdichte Berlins
seit der Gründerzeit deutlich und damit auch die dramatischen
Verluste in der Bausubstanz durch die Bombarde-ments des 2. Weltkriegs
aber auch durch die Stadtplanung nach dem Kriegsende in beiden Teilen
Berlins. Die hintersinnige Mahnung Heinz Knoblochs Misstraut
den Grünanlagen wird bei dem Studium des Kartenwerks
anschaulich und nachvollziehbar.
Andreas Matschenz,
Leiter der Kartenabteilung des Landesarchivs Berlin, vermittelt
in dem Begleitheft Informationen zur wechselvollen Geschichte des
Verlags Julius Straube. Gegründet 1858, gehörte er zu
den produktivsten karto-graphischen Unternehmen Berlins, insbesondere
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Autor bietet
einen bibliographischen Überblick zu der vielfältigen
Produktpalette sowie eine kurze Einführung zur Entstehung des
faksimilierten Kartenwerks und seinen Besonderheiten.
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